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„Grobschnitt in Olsberg“

Dass aus deutschen Landen tolle Rockmusik kommt, davon konnten wir uns am Samstag, den 29.März überzeugen:

Die wiedervereinten Hagener Kultrocker GROBSCHNITT beehrten das Sauerland und die Nation bzw. ganz NRW hatte sich auf den Weg nach Olsberg gemacht.

Der Verfasser des Artikels kannte die Band eher nur vom Namen her und hat zu den damaligen Glanzzeiten Ende der 70er bis frühe 80er Jahre eher TKKG-Kassetten und ähnliches banales Zeug gehört als diese wunderbar geniale Band.Damit wären wir beim Thema: einige Fredeburger hatten sich verstreut auf den Weg gemacht, darunter auch 4 POR-Mitglieder. Tobi B. und meine Wenigkeit hatten

3 weitere Rockfans in den Pkw gepackt und sich guten Mutes und völlig unvoreingenommen an die Sache heran begeben. Und wenn sich diese Fahrt nicht gelohnt hat, dann weiß ich es auch nicht...

Wir bekamen eine 3 ¼-stündige Vorstellung der Extraklasse geboten und die Versprechen der alten Hasen an Bord haben sich mehr als bestätigt:Grobschnitt ist absoluter Kult, passt in keine Schublade, ist die Live-Band schlechthin und braucht sich vor keiner internationalen Prog/Rock-Größe der alten Schule verstecken. Und die Truppe galt damals völlig zu recht als die innovativste Band Deutschlands. Das wäre so im „Grobschnitt“ das zusammengefasste Resumée des Abends.

Aber nun mal langsam und von Anfang an.

Die Olsberger Kurhalle füllte sich recht schnell und so begann das Konzert auch recht pünktlich um 20:00 Uhr vor etwa 1400 Leuten. Die Band wurde nach 18 Jahren Abstinenz im Jahre 2006 auf Initiative einiger Musikersöhne wiederbelebt und so geschah es, dass mit Ur-Mitglied Willi Wildschwein, 3 Weggefährten aus der damaligen Zeit, einem ehemaligen Roadie und den besagten 3 Youngsters die neue Grobschnitt-Generation auf Tour ging.

Dieses Konzert war erst das sechste seit Wiedergründung, aber man hatte den Eindruck, die 8 Musiker spielten schon ewig zusammen. Es wurde eine derartige Frische und Musikalität an den Tag gelegt, davon kann sich so manche junge Band eine fette Scheibe abschneiden. Zudem wurde die Halle mit einem außergewöhnlich guten Sound beschallt.

Zu den einzelnen Stücken kann und möchte ich jetzt gar nicht referieren - einen entsprechenden Link fügen wir inkl. Fotomaterial ein-, ich kann nur soweit feststellen, dass Grobschnitt nicht nur einen bzw. zwei neue Fans dazu gewonnen hat. Das Publikum bestand schon größtenteils aus der Generation 40plus, aber auch jüngere Fans durften sich von der einzigartigen Live-Qualität des Oktetts überzeugen.

Nach zwanzig Minuten Pause ging´s dann in den Set 2 und im Verlauf der nächsten 95 Minuten wurde improvisiert und gerockt, was das Zeug hielt. Höhepunkt damals wie heute ist Solar Music, das nicht ein einzelnes Stück, sondern eher eine Ansammlung von hauptsächlich instrumetal gespielten Themen ist und welches bei jedem Gig der Band andersartig interpretiert und improvisiert wird. So dauert das Ganze auch schon mal eine gute Stunde....aber ohne eine Spur von Langeweile!!!!

Musikalisch sind die „Rockpommels“ kaum einzuordnen, hört der geneigte Rockfan doch sowohl progressive Töne wie einst bei Pink Floyd, Genesis und auch Yes, die improvisierten Passagen der Gratefuld Dead und auch fetzige Hardrocker mit zweistimmigen Gitarrenparts à la Iron Maiden ( ob Steve Harris wohl Grobschnitt-Fan der ersten Stunde war?).

Was soll ich nun noch schreiben- man muss die Band einfach live gesehen haben, um es zu verstehen. Die sicherlich tollen Studioalben in aller Ehren, aber so wie die Kenner der Band schon sagen, live sind Grobschnitt schlicht eine Offenbarung, und das kann man so unterschreiben. Die musikalischen Künste wurden umrahmt von der berüchtigten Bühnenshow der Band, die neben den tollen Lichteffekten auch Feuerwerk und diverse Theater- und Klamaukauftritte zu bieten hat.

Fragt man sich als „Neuling der Grobschnitt-Familie“ nur, warum sie es damals nicht zu Weltruhm gebracht haben, Potenzial war/ist allemal da... sie wollten wohl nicht und sind lieber über die Dörfer des Landes gezogen. Wie gesagt, sie brauchten damals und brauchen auch bestimmt heutzutage mit der „neuen Generation“ nicht den internationalen Vergleich zu scheuen.

Ein Riesenkompliment und Anerkennung für dieses tolle Event an den Veranstalter, wenngleich zugegebenermaßen auch ein wenig Neid mitschwingt - denn eigentlich wäre dies eine lupenreine Baustelle für den Power of Rock gewesen. Naja, mal abwarten....

Danke natürlich auch an Werner S. für die kompetente Einführung in die Welt von Grobschnitt.

Jörg - The Scripter – Nitschke

Links:

Fotos der Grobschnitt-Konzerte gibt´s unter www.grobschnitt-band.de ,

einen Bericht zum Konzert in Oslberg unter

www.derwesten.de/nachrichten/staedte/brilon/2008/3/30/news-33999626/detail.html

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