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W:O:A 2009 – 20th Anniversary

Auch zum Jubiläum ließen es sich 9 Rocker des P.O.R. nicht nehmen, das größte Heavy-Metal-Festival der Welt aufzusuchen. Laut Veranstalter waren 75.000 Metalheads anwesend, gefühlt waren es mindestens 25.000 mehr. Nach den Lehren der letzten Jahre sind wir bereits Dienstag Abend gegen 23:00 Uhr Richtung Norden aufgebrochen. Zuvor wurden unsere beiden Fahrzeuge mit allen notwendigen Sachen beladen. Dank freier Autobahnen kamen wir bereits gegen halb fünf auf unserem Zeltplatz zum stehen.

Und damit begann nach dem Einrichten des Zeltplatzes die Metal-Party: Frühschoppen mit kräftigem Rock’n’Roll morgens ab halb sieben. Da ein fließender Übergang in den Tages- und Abendschoppen stattfand, konnte auch um elf Uhr das erste Mal gegrillt werden.

Zwischendurch besichtigte man kurz das Gelände, damit jeder weiß, wo er abends hin muss. Später haben wir dort am Biergarten noch kurz einen geschnappt, um am Donnerstag richtig fit zu sein.

Donnerstag – Heaven & Hell

Nach einem ausgiebigen Frühstück (sogar mit Obst!?, Kuchen und Grillfleisch) sowie anschließendem Schoppen ging es am Abend zum Gelände, um zunächst die Farewell-Show von Running Wild zu feiern. Anfangs brauchte Rock’n’Rolf etwas, um das Piratenschiff richtig in Fahrt zu bekommen. Doch mit den alten Klassikern wie „Port Royal“ und Co. konnten die Piraten die Menge entern und begeisterten wie zu alten Zeiten.

Zu diesem Zeitpunkt konnte sich noch niemand vorstellen, was die Ur-Väter und Götter des Metal namens Iommi, Butler, Appice und Dio unter dem Namen Heaven & Hell mit dem Publikum anstellen sollten. Bereits die ersten Riffs reichten, um das Publikum in eine wogende, nahezu in Ekstase fallende Menge zu verwandeln. Egal ob Klassiker von „Dehumanizer“ oder vom aktuellen Output „The Devil You Know“: Ronnie James Dio beherrschte das Publikum nach Belieben. Manch einer in der Menge war der Meinung, sogar bei Mister Iommi ein leichtes Zucken der Mundwinkel nach oben bemerkt zu haben.

Freitag – In Flames

Für die PORler bot sich Freitag Morgen die Möglichkeit mit den Herren von U.F.O. einen angenehmen musikalischen Frühschoppen zu verbringen. Auch ein „Love To Love“ kann sich live auf dem W:O:A hören lassen. Abgerundet wurde der Morgen am frühen Nachmittag durch die Speed-Metaller von Gamma Ray, die es sich ebenfalls nicht nehmen ließen, auch Songs von den ersten Alben zu spielen. Für eine gute Live-Perfomance ist die Truppe um Kai Hansen ohnehin seit Jahren bekannt.

Zwischendurch konnten wir seltsame Wesen auf der Black-Stage bewundern: es traten einige Gestalten auf, die sich Endstille nannten. Allerdings konnte man außer überdimensionierten Nietenarmbändern kaum etwas sehen und irgendwie schienen diese Wesen ihre Instrumente und den Gesang nicht zu beherrschen. Man konnte nichts verstehen bei dem Gegrunze. Die Instrumente haben sich wohl eher nach Endzeit gefühlt. Naja, Geschmackssache eben.

Nach Gamma Ray gab es noch einige Töne von Walls Of Jericho, bevor es zur Stärkung zum Grillen auf den Zeltplatz ging.

Während die Australier von Airbourne bereits mächtig rockten, trafen wir noch einen weiteren Fredeburger, also gab es natürlich ein obligatorisches Begrüßungsgetränk.

Zu Hammerfall ging es vor der True Metal Stage wieder schön zur Sache, die schwedischen Metaller sind ein Garant für mächtiges Headbanging. Danach gönnten wir uns auf dem Gelände eine kleine Pause, hörten im Hintergrund Bullet for my Valentine, um im Anschluss einen weiteren Dauergast des W:O:A begrüßen zu dürfen: Motörhead. Allerdings machte Lemmy an diesem Abend einen „leicht“ angeschlagenen Eindruck. Erst bei „Killed by Death“ und der netten Umrahmung durch die Fuel-Girls schien er wieder richtig da zu sein („We are Motörhead, we play Rock’n’Roll“).

Dann war es soweit: die ungekrönten Häupter des Melodic-Death-Metal von In Flames „betraten“ die Bühne. Auch hier reichten wenige Akkorde, um die Masse zu begeistern. Unter dem charismatischen Sänger Anders Friden sorgte die Band nahezu dafür, dass sich das Publikum in einem Rausch befand. Bei Songs wie „Come Clarity“ konnte auch die ein oder andere „Gänsehaut“ bei harten Metallern beobachtet werden. Auch der Sänger musste sich erstaunlich oft bei dem Anblick der Menge das Gesicht in diverse Handtücher drücken.

Danach ging es ziemlich ausgepowert zurück auf unseren Platz, begleitet von einigen Songs von Doro, um dort noch ein Abschlussbierchen zu genießen.

Samstag – Über Axel Rudi nach Volbeat

Den Samstag hätten wir ruhig angehen lassen können, wäre da nicht eins gewesen: wir mussten noch die „11“ suchen. Dank des Gewinnspiels einer heimischen Brauerei hatten wir in den letzten Tagen bereits mehrere Sets zusammen, bis auf eben diese berüchtigte „11“. Also nichts mit Chillen und Co.: die „11“ musste herbei. Doch trotz aller Bemühungen (und wir haben uns wirklich angestrengt) konnten wir sie nicht finden. Davon tief getroffen machten wir uns auf den Weg, um uns von Axel Rudi Pell wieder aufheitern zu lassen. Und der Wattenscheider schaffte dieses ganz hervorragend. Die Klänge von In Extremo nahmen wir eher im Hintergrund war, wir wollten schließlich Elvis-Metal. Und die Dänen von Volbeat, die sich in den letzten Jahren verdientermaßen vom Geheimtipp zu Größen der Metalszene entwickelten, verwandelten das Publikum in eine pogende Masse.

Heftigere Nahrung für unsere Ohren lieferte Machine Head, bevor die NWOBHM-Legende Saxon die Stage enterte. Im Vorfeld konnte im Internet der jeweils beste Song jeder Platte gevotet werden; diese wurden jetzt gespielt. Es gab also Best Of der Fans an diesem Abend. Mit ihrer gewohnten Power brachten Biff und Kollegen die Menge zum Kochen.

Damit neigte sich für einen Großteil von uns das Festival dem Ende zu.

Nach dem Abbau am Sonntag kamen wir Dank fahrerischer Meisterleistungen um den großen Stau herum und kamen gegen 18:30 Uhr wieder in den heimischen Gefilden an.

Ihr wollt ein Urteil über das Festival? Einfach geil war’s!

Und auch in diesem Jahr verlief alles harmonisch und ohne großes Theater. Echte Metalheadz sind nun mal friedliche und nette Zeitgenossen.

Die Karten für das W:O:A 2010 sind natürlich schon bestellt!

In diesem Sinne

See You in Wacken 2010 – Rain or Shine!

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